Zugsübung I & II
Datum: 11.11.2008

Schadstoffübung

LM Markus Fritz, Gruppenkommandant 1. Zug / 3. Gruppe und technical Manager der Linde Gas GmbH, arbeitete mit seinem Team eine besondere Zugsübung aus.

Bei zwei Stationen sollte der Umgang mit gefährlichen Stoffen beübt werden. Die Erkenntnisse aus den vorangegangenen Übungen dieses Jahres sollten eingebaut werden.

LM Fritz wurde von seinem Arbeitskollegen Heinz Adler, Fuhrparkleiter der Linde Gas GmbH, und einem Mitarbeiter der Fa. Fida & Schüch, welche als Subunternehmen für die Fa. Linde Gefahrguttransporte durchführt, unterstützt.

1. Station:

Annahme war ein auslaufender Stoff (flüssiger Sauerstoff) aus einem nichtgekennzeichneten Transporter. Aufgrund der transportierten Mindermenge von 700 Liter dieses tiefgekühlten (kryogenen) Gases, muss laut Gesetz ein solcher Transport nicht gekennzeichnet werden.
Die Gefahrenzettel mussten unter Atemschutz gesucht und die Stoffinformationen bei der Einsatzleitung angefordert werden.
Der Behälter wurde wieder verschlossen und der Gefahrenbereich (Glatteis durch -180°C kaltes ausfließendes Gas) abgesperrt.

2. Station:

Unter einem 1000 Liter fassenden Behälter ist eine Person eingeklemmt. Der Behälter ist undicht und Gasöl (Dieselkraftstoff für Traktoren) tritt aus. Unter Atemschutz mussten die Personen geretten werden. Der austretende Stoff wurde durch eine provisorische Auffangwanne gesammelt, der Behälter notdürftig abgedichtet und mittels Kran des SRF vom Vordach gehoben werden.

Resümee:

Durch die gesetzliche Lage kann es sein, dass die Feuerwehr mit einem nichtgekennzeichneten Transport von 700 Litern kryogenem Gas konfrontiert wird. Dies birgt mehrere Gefahren:
– Das Gas dehnt sich bei Erwärmung auf das 800fache seines Volumens aus
– Durch die niedrige Temperatur (-180°C) werden bei Kontakt Schadstoffanzüge, Hanschuhe, etc. spröde und brechen
– Der Behälter, in welchem das Gas im Fahrzeug gelagert ist, ist durch eine Vakuumisolation geschützt. Durch einen Verkehrsunfall kann ebendieser zerstört werden. Für die Feuerwehr besteht dann meist nur die einzige Möglichkeit das Gas kontrolliert abzulassen.

Auch bei der Arbeit in der Einsatzleitung konnten Erkenntnisse gewonnen werden: Durch die UMTS Verbindung im Fahrzeug war es möglich auf TUIS, Hommel und Ericards gleichermaßen zuzugreifen. Die Gefahrengutdatenbanken Hommel und Ericards unterscheiden sich in den Anweisungen zu den Stoffen. Es ist immer auf die größtmögliche Eigensicherheit Bedacht zu nehmen.
Auch die im Einsatzleittisch installierte Telefonanlage hat bewiesen, dass eine Entlastung des Funks für einen solchen Einsatz sinnvoll ist und die Gefahrenhinweise durch das Gegensprechen rascher und deutlicher dem Einsatzleiter vermittelt werden können.

An dieser Stelle bedankt sich die Freiwillige Feuerwehr Mödling bei der Linde Gas GmbH und Herrn Heinz Adler. Besonderer Dank richtet sich auch an Herrn Schüch, Geschäftsführer der Fa. Fida & Schüch, welcher den Transporter zur Verfügung gestellt hat.
Danke auch an LM Markus Fritz und sein Team.

Hier ein paar Eindrücke der Übung:

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